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MYRTOPHOBIA

3-channel video installation 

 

 

Johanna Binders künstlerische Praxis besteht in der anthropologischen Suche nach gesellschaftlichen Mustern, die es zu demaskieren gilt. In ihrer aktuellen Arbeit „Myrtophobia“ (2020) wird anhand einer 3-teiligen Videoinstallation und einem Objekt der Frage nach den Einschreibungen des Körpers nachgegangen. Der Körper als anthropologisches Vermessungsobjekt, versucht sich aus seiner auferlegten Hülle in Form des eingegipsten Körpers zu befreien und durchläuft unterschiedliche Stadien: Die unfreiwillige Zerschlagung durch den Anderen, die Kennzeichnung und Vermessung des Kopfes als Sinnbild einer Ideologiekritik und die selbstermächtigte Befreiung unter den Regeln der Entfaltungsmöglichkeiten. Die zusätzliche Figur eines Frauentorso unterstreicht den noch bis heute währenden mystifizierenden Umgang mit dem Körper, mal ist er „ein definierbares Objekt [...] und mal die Selbstwahrnehmung“, „mit dem Körper fließen soziale Deutungen einerseits und subjektives, individuelles Erleben andererseits zusammen“. (Paula-Irene Villa (2008) „Körper“, in: Handbuch Soziologie. Verlag für Sozialwissenschaften). TEXT: KAROLINA RADENKOVIC

Exhibition view, Fünfzigzwanzig, Salzburg/Austria